• 17. Juli 2015

    Berliner Zeilen – 09/15

    Liebe Genossinnen und Genossen,
    liebe Freundinnen und Freunde,

    an dem, was heute zur Abstimmung stand, habe ich viel zu kritisieren:

    • Ich sehe zu wenig Impulse für die griechische Wirtschaft. Die bisherigen europäischen Programme waren nicht sonderlich erfolgreich oder wurden nicht abgerufen. Wenn nun 35 Milliarden aus dem EU-Haushalt gebündelt und vorgezogen werden sollen, bleibt für mich offen, wie das ab jetzt anders laufen kann. 12,5 Milliarden aus Privatisierungen müssen erst einmal erlöst werden.
    • Wenn aber investiert wird, in welchen Bereichen soll das geschehen? Mir fehlen Konzeption und Phantasie. Griechenland hat wie jedes Land seine Eigenkräfte. Wie können wir sie stärken – welche Wirtschaftsbereiche versprechen Zukunft – statt hauptsächlich Schulden umzuwälzen und Kürzungen zu fordern? Darüber, über ein Wachstums- und Konjunkturprogramm zu sprechen, wäre einen Gipfel wert.
    • Als Sozialdemokrat schmerzt mich ein Grieche in der Schlange vor der Suppenküche genauso wie die Schlangen vor unseren Tafelläden. Die ausgehandelte Grundlage für weitere Verhandlungen enthält weitere Härten für die Schwachen. Wie dagegen die reichen Griechen einen Beitrag zum Aufbau leisten werden, bleibt offen. Kredite aus Europa für Griechenland während griechisches Geld unversteuert außer Landes geschafft wird – das macht mich fassungslos. Vor allem, weil sich die griechische Regierung ja links nennt. Ich glaube, sie ist nicht besonders links, sondern vor allem schlecht.
    • Ja, auch mir fehlt es an Vertrauen, dass Zusagen eingehalten werden. Ministerpräsident Tsipras hat nach dem fragwürdigen Referendum weniger erreicht, als ihm vorher angeboten worden war. Jetzt stimmt er mit „Ja“, spricht aber von Erpressung und dass er nicht an den Erfolg des Programmes glaubt. Wenn ich andere fähige Politiker sehen würde, bliebe eigentlich nur ein Rücktritt.

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  • 3. Juli 2015

    Berliner Zeilen – 08/15

    Liebe Freundinnen und Freunde,

    es gab wieder viele wichtige Themen in dieser letzten Sitzungswoche vor der Sommerpause, aber natürlich hat Griechenland alles dominiert und wird vielleicht auch der Grund sein, warum dies doch nicht die letzte Sitzungswoche war.

    Wir alle wissen nicht, was bis zum Wochenende und am Wochenende passiert. Deswegen ist es nicht leicht, zu diesem Zeitpunkt Orientierung zu finden. Auch die zentrale Bundestagsdebatte am Mittwoch hat vor allem Analyse, allgemeine Bekenntnisse und Schuldzuweisungen gebracht, aber wenig Konkretes zu den Zukunftsperspektiven.

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  • 19. Juni 2015

    Berliner Zeilen – 07/15

    Liebe Genossinnen und Genossen,
    liebe Freundinnen und Freunde,

    heute frage ich mal, was einen guten Abgeordneten ausmacht. Eine Ärztin aus Heidelberg bittet um meine Zustimmung, dass die Beihilfe zur Selbsttötung unter Strafe gestellt werden soll. Ich sage: Verbote werden nicht helfen. Andere sagen, wir sind Zahlmeister Europas, bei mir bleibt nichts hängen und die Griechen bekommen unser ganzes Geld – Schluss damit. Ich sage: wir profitieren von Europa, wir sollten uns nicht am Nasenring durch die Arena ziehen lassen, aber das Wichtigste ist, dass Griechenland wirtschaftlich wieder auf die Füße kommt. Und manche wollen, dass ich einfach mal öfter dagegen stimme, unabhängig davon, was im Koalitionsvertrag steht. Ich sage: das Gewissen entscheidet – und es meldet sich zum Beispiel wenn Grundrechte oder Menschenleben berührt sind und nicht bei Fragen wie der Maut – und Verträge soll man einhalten, denn wir wollen das Land verlässlich führen. Was meinen Sie? Was meinst Du?

    Ich lerne zum Beispiel, dass sich ein guter Abgeordneter selbst sehr bemühen muss, an verlässliche Informationen heranzukommen. Dabei helfen zum Beispiel Auslandsreisen, wie zuletzt die Reise zur Flüchtlingspolitik nach Italien. Hierzu habe ich auch letzte Woche im Bundestag gesprochen. Die Rede gibt es in voller Länge in der Mediathek des Bundestages: http://dbtg.tv/fvid/5234348.

    Außerdem war ich vergangene Woche in der Digitalen Bürgersprechstunde von politik-digital.de zu Gast. Dort habe ich Fragen aus dem Wahlkreis beantwortet und über Flüchtlingspolitik gesprochen. Das Video der kompletten Sprechstunde gibt es unter https://youtube.com/watch?v=05Ir7aPLQCk.

    Herzliche Grüße
    Ihr/Euer Lars Castellucci

    Termine

    • Freitag, 19. Juni, 18:30 Uhr: Gottesdienst mit dem Landesbischof, Evangelische Stadtkirche Walldorf.
    • Samstag, 20. Juni, 12 Uhr: Deutsch-Afrikanisches Brückenfestival, Astorpark, Walldorf.
    • Montag, 22. Juni, 19:30 Uhr: „Mein Europa heißt Leben – Europäische Flüchtlingspolitik“, Rathaus, Großsachsener Straße 14, Hirschberg.
    • Mittwoch, 24. Juni, 18:30 Uhr: „Im Land dazwischen“, Filmvorführung der FES Hessen mit anschließender Gesprächsrunde, Kammer Filmkunsttheater, Steinweg 4, Marburg.
    • Donnerstag, 25. Juni, 18:30 Uhr: „Gemeinsam gegen Rechts“, Goldener Anker, Hauptstr. 29, Neckargemünd.
    • Freitag, 26. Juni, 20 Uhr: Rot-Grünes Streitgespräch „Nachhaltiges Wirtschaften“ mit Gerhard Schick, Kurpfalz-Centrum Leimen.
    • Sonntag, 28. Juni, 14 Uhr: Tag der offenen Gärten und Höfe, Eröffnung Fotoausstellung „Die Seele der Tiere“, Blumenstr. 24, Wiesloch.
    • Donnerstag, 16. Juli, 19:30 Uhr: „Industrie 4.0 – Wie arbeiten wir in der digitalen Zukunft?“ mit Brigitte Zypries, Walldorf.
    • Montag, 27. Juli, 19 Uhr: Eröffnung Wanderausstellung des Deutschen Bundestages, Stadtbücherei, Hirschstraße 15, Walldorf.
  • 22. Mai 2015

    Berliner Zeilen – 06/2015

    Liebe Genossinnen und Genossen,
    liebe Freundinnen und Freunde,

    in dieser Woche haben mich drei Schülergruppen aus dem Wahlkreis, Neckargemünd und Eberbach, in Berlin besucht. Die haben ein paar Tage Programm in Berlin und treffen – wenn es zeitlich irgendwie geht – „ihren“ Bundestagsabgeordneten für ein Gespräch. Das macht mir immer großen Spaß, denn meist sind ganz aufgeweckte junge Menschen dabei. Hinterher frage ich mich oft, was wir tun müssen, damit wenigstens ein paar von ihnen auch den Weg zum politischen Engagement und in die Parteien finden, denn wir brauchen sie – dringend.

    Eine Schülerin hat mich gefragt, ob denn die Flüchtlingspolitik das wichtigste Thema für die SPD sei. Das ist sie natürlich nicht. Im Nachtragshaushalt gibt es zum Beispiel zusätzliches Geld für ein Programm gegen Wohnungseinbrüche – ein Thema das auch für unseren Landes-Innenminister Reinhold Gall höchste Priorität hat. Ein Investitionsfonds in Höhe von 3,5 Milliarden Euro soll insbesondere finanzschwachen Städten und Gemeinden helfen. Heute morgen gab es eine Sitzung zur Bilanz „10 Jahre Grundsicherung für Arbeitslose“. Langzeitarbeitslosigkeit verfestigt sich, hier müssen wir viel mehr tun. Flüchtlingspolitik ist sehr wichtig, wir können Verantwortung übernehmen und tun es auch, und gleichzeitig arbeiten wir an den sozialen Fragen, die unser Land betreffen!

    Ob wir insgesamt auf einem guten Weg sind? Wir Sozialdemokraten wollen immer mehr, verändern, verbessern, so sind wir gestrickt. Am 2. Juni besucht mich Peer Steinbrück in Nußloch – herzliche Einladung zur Diskussion mit ihm – die Einladung ist beigefügt.

    Zuvor bin in ich mit einer Delegation in Italien. Sizilien, Lampedusa, Rom stehen auf dem Programm. Ich habe vor, engmaschig über Facebook, Twitter und Instagram zu berichten.

    Herzliche Grüße

    Ihr/euer
    Lars Castellucci

    Termine:

    • Sa, 23.05., 18 Uhr: Eröffnung Pfingstmarkt, Angelbachtal
    • Die, 2.06., 16 Uhr: Lesung und Diskussion mit Peer Steinbrück, Feuerwehrhaus Nußloch
    • Sa, 6.06., 17 Uhr: Festbankett 150 Jahre Freiwillige Feuerwehr Walldorf, Astoria-Halle
  • 24. April 2015

    Berliner Zeilen – 05/2015

    Liebe Genossinnen und Genossen,
    liebe Freundinnen und Freunde,

    diese Woche stand stark unter dem Eindruck der Tragödie im Mittelmeer. Jetzt sind viele aufgeschreckt, die rechtzeitig hätten handeln können. Über meine Sicht auf die Lage im Mittelmeer habe ich am Mittwoch im Bundestag gesprochen: http://dbtg.tv/fvid/4957960.

    Mit den Ergebnissen des gestrigen Flüchtlingsgipfels in Brüssel bin ich nicht zufrieden. Es ist zwar gut, dass mehr Geld in die Hand genommen wird, aber entscheidend sind der Auftrag und das Einsatzgebiet. Wir brauchen, neben vielen anderen Maßnahmen, eine echte europäisch oder international getragene Rettungsmission.

    Ende Mai reise ich mit einer Delegation nach Sizilien und zu politischen Gesprächen nach Rom, um mir vor Ort ein Bild zu machen.

    Herzlich einladen möchte ich zu einer Veranstaltung am kommenden Montag, den 27. April. Ab 19 Uhr spreche ich in der Lobbachhalle in Meckesheim mit der Landtagsabgeordneten Anneke Graner und weiteren Gästen über die Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Wie können wir Familien besser unterstützen? Dieses  Thema wird auch eine wichtige Rolle im Landtagswahlkampf spielen und ich freue mich auf eine spannende Diskussion mit Ihnen und Euch.

    Herzliche Grüße
    Ihr/Euer Lars Castellucci

    P.S. Wenn Du diese Zeilen interessant fandest, leite sie doch einfach an eine Freundin oder einen Arbeitskollegen weiter und frage, ob er oder sie nicht auch auf den Verteiler möchte. Derzeit erreiche ich etwas über 1000 Menschen per E-Mail. Mit Deiner Hilfe können daraus leicht 2000 werden! Unter http://www.lars-castellucci.de/newsletter kann man sich direkt eintragen – oder einfach per E-Mail an lars.castellucci.ma01@bundestag.de.

    Termine

    • Montag, 27. April, 19 Uhr: „Vereinbarkeit von Beruf und Familie“ mit Anneke Graner MdL, Lobbachhalle, Mühlstraße 12/1, Meckesheim-Mönchzell.
    • Freitag, 8. Mai, 19:30 Uhr: Jahreshauptversammlung SPD Wiesloch, Gasthaus zum Friedrichshof, Hauptstraße 68, Wiesloch.
    • Dienstag, 2. Juni, 16 Uhr: Lesung mit Peer Steinbrück, Feuerwehrhaus, Nußloch.
    • Donnerstag, 25. Juni: „Rechtsextremismus im Rhein-Neckar-Kreis“, Neckargemünd.
    • Donnerstag, 16. Juli: „Industrie 4.0“ mit Brigitte Zypries, Walldorf.