• 3. Juni 2016

    Berliner Zeilen – 7/16

    Liebe Freundinnen und Freunde,
    liebe Genossinnen und Genossen,

    die Sitzungswoche hat dieses Mal bereits sonntags in Brüssel begonnen. Dort hatten wir Klausurtreffen der AG Europa. Wir haben unter anderem ein Papier zur europäischen Flüchtlingspolitik diskutiert, das ich im Vorfeld erarbeitet hatte. Ich hoffe, dass wir unsere Position in einer der nächsten Sitzungen dann beschließen und vor allem an deren Durchsetzung weiterarbeiten.

    Rund um die Armenien-Resolution gab es in den vergangenen Tagen eine Menge Druck oder gar Drohungen, man solle den Völkermord an den Armeniern im Jahr 1915 nicht Völkermord nennen. Es ist das gute Recht von Jede/m, eine andere Meinung zu haben, auch wenn die Faktenlage wissenschaftlich praktisch eindeutig ist. Man kann es auch schlecht finden, dass sich der Bundestag äußert. Und klar kann man Konsequenzen ankündigen. Ich frage nur: Soll ich ernsthaft je nach Druck und Drohungen entscheiden, ob ich eine für mich gewonnene Wahrheit auch Wahrheit nennen darf? Wollen wir solche Abgeordnete? Ich kann nur sagen: Je mehr Druck, desto cooler werde ich – das mag einem im einen Fall passen, im anderen auch mal nicht. Ich freue mich, dass die Resolution gestern so klar verabschiedet wurde.

    Dann will ich noch von Projekten berichten, an denen ich arbeite. So wie früher als Stadtrat will ich auch mein Amt als Abgeordneter nutzen, um nicht nur zu reden, sondern auch etwas zu gestalten. So war ich diese Woche beispielsweise beim Bundesverband Deutscher Bürgerstiftungen, um bei der Initiative Bürgerstiftungen für meine Projektidee „Charta für gutes Zusammenleben“ zu werben. Hier geht es angelehnt an das Modell „Wiener Charta“ um die Verständigung über das, was es für ein gutes Zusammenleben in Deutschland braucht – ein Thema, das aktueller nicht sein könnte.

    Und ich war Gast im Italienischen Kulturinstitut in Berlin und habe dessen Leiter, Prof. Reitani, getroffen. Ihm habe ich gleich zwei Projektideen skizziert: Zum einen den Vorschlag, Gedichte der Lyrikerin Alda Merini ins Deutsche zu übertragen. Alda Merini ist in Italien zur Kultfigur geworden. Sie saß lange Zeit ihres Lebens in psychiatrischen Einrichtungen – ein Bezug, mit dem vielleicht auch eine Anknüpfung nach Wiesloch gelingen könnte. Zum anderen ein Musikevent, das die Heiligen Berge der Lombardei und des Piemont technikgestützt mit Kulturstätten in den europäischen Nachbarländern verbindet. Ist das keine Politik? Doch, sicher, denn so wird der europäische Raum erfahrbar in einer Zeit, in der viele das Gefühl für das gemeinsame in Europa verlieren. Also Völkerverständigung konkret! Außerdem macht es mir Freude, neben den ganzen Sitzungen und Problemen des Alltags auch an solchen Ideen zu „spinnen“.

    Wer mit“spinnen“ möchte, ist übrigens immer dazu eingeladen!

    Auf dass diese Liste länger wird!

    Herzlichen Gruß

    Ihr/Euer
    Lars Castellucci

     

    Termine:

    • Sa, 4. Juni, 10h: Kreisvorsitzendenkonferenz, IHK Stuttgart.
    • So, 5. Juni, 10h: Parteikonvent, WBH Berlin.

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