• 26. März 2015

    Berliner Zeilen – 06/2014

    Liebe Genossinnen und Genossen,
    liebe Freundinnen und Freunde,

    ich hoffe, Ihr hattet schöne Ostertage. Wir waren mit Freunden wieder am Lago Maggiore und haben ein gutes Miteinander, wunderbares Essen und die Frühlingssonne genossen.

    Diese Woche war ich wieder in Berlin. Wir haben in der Fraktion begonnen, uns mit dem Thema Sterbehilfe auseinanderzusetzen. Hier steht eventuell eine Neuregelung an. Ein schwieriges Thema, zu dem über alle Fraktionen hinweg zusammengearbeitet werden soll. Am Dienstag hat eine Teilnehmerin gesagt: „Je mehr ich mich damit auseinandersetze, desto weniger weiß ich, was richtig ist.“ Ja, intensive Auseinandersetzung und auch Differenzierung müssen sein. Hospizarbeit, Patientenverfügungen und die Fortschritte der Palliativmedizin haben schon viel verändert. Hier muss es in jedem Fall mehr Unterstützung geben. Aber ist das eine ausreichende Antwort auf alle, auch die wenigen extremen Fälle unerträglichen Leids, die uns immer einmal wieder begegnen? Was ist die Rolle der Ärzte? Ich weiß nur, dass ich eine Gesellschaft will, die den Tod als Teil des Lebens begreift und Sterbende begleitet, nicht entsorgt. In meinem Wertesystem ist nicht angelegt, dass Menschen selbst über ihren Tod entscheiden sollen. Und ich will schon gar kein Geschäft mit dem Tod. Am kommenden Montag besucht mich die Kirchenbeauftragte der SPD-Bundestagsfraktion, Kerstin Griese, um über diese und andere Fragen zu diskutieren.

    Im Europaausschuss wurde in dieser Woche ein wichtiges Thema aufgerufen, für das ich in der Fraktion zuständig bin: Die Rechtsstaatsinitiative. Worum geht es? Wenn ein Staat Mitglied der Union werden will, muss er viele Auflagen erfüllen. Das ist gut so. Wenn ein Staat aber einmal Mitglied der Union ist, kann er machen, was er will? Im Jahr 2000 war Österreich das Thema, als Haider in die Regierung kam. Heute macht das Beispiel Ungarn Sorgen. Die Europäische Kommission hat nun einen Vorschlag vorgelegt, was getan werden soll, wenn ein Staat systematisch die Grundrechte und die Rechtsstaatlichkeit beeinträchtigt. Dieser Vorschlag ist etwas zahnlos und setzt unter anderem auf Verhandlungen hinter verschlossenen Türen. Ich denke, wir brauchen hier vor allem Öffentlichkeit und Transparenz.

    In jeder Sitzungswoche werden an Donnerstagen und Freitagen Morgenandachten im Bundestag gehalten, von den zuständigen Prälaten oder auch von Mitgliedern des Deutschen Bundestages. Am 8. Mai war ich dran.

    Besonders freue ich mich, dass mein Wahlkreisbüro nach umfangreichen Umbaumaßnahmen nun endlich in der Marktstraße 11 in Wiesloch angekommen ist. Die neue Telefonnummer lautet 06222/9399506. Susanne Reinig und Benjamin Hertlein sind zu den üblichen Bürozeiten zu erreichen.

    Allen Wahlkämpferinnen und Wahlkämpfern wünsche ich maximalen Erfolg und Durchhalten auf den letzten Metern.

    Alle bitte ich von Herzen: mobilisieren Sie/mobilisiert für eine hohe Wahlbeteiligung. Was in den Ortschafts- und Gemeinderäten besprochen wird, geht alle an und betrifft alle. Und Europa steht an einer Weggabelung: Martin Schulz wäre der beste Präsident, für ein besseres Europa, sozialer und demokratischer als es heute ist.

    Herzliche Grüße
    Ihr/Euer Lars Castellucci

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